
Ich lese gerade Walter Moers' neues Buch, "Der Schrecksenmeister".
Darin geht es unter anderem recht häufig um's Kochen. Gerade kam ich an folgender Stelle vorbei:
Dann öffnete er eine der unteren Küchenschranktüren. [...]
"Dies", sagte Eißpin mit bebender Stimme, "ist das Verlies der sinnlosen Kücheninstrumente. Es gibt ein solches Verlies wohl in jeder besser eingerichteten Küche. Ihre Insassen werden darin gehalten wie besonders gefährliche Patienten in einer Irrenanstalt."
Eißpin langte in den Schrank und holte ein seltsam geformtes Gerät hervor.
"Welcher Koch", rief er, "besitzt nicht ein solches Schnitzgerät, mit dem man ein Radieschen in eine Miniaturrose verwandeln kann? Erworben auf dem Wochenmarkt in einem Anfall geistiger Umnachtung, in dem man sich ein Leben ohne Miniaturrosenschnitzgerät einfach nicht vorstellen konnte." [...]
Der Schrecksenmeister schleuderte die Geräte angewidert in ihren Kerker zurück.
"Nun fragt man sich doch, warum man diese Geräte nicht einfach auf den Müll schmeißt? Ich sage Dir auch das. Man behält sie aus einem einzigen Motiv: aus Rache! Man hält sie, wie mittelalterliche Fürsten ihre Gegner als Gefangene in Hungertürmen gehalten haben. Der schnelle Tod auf der Müllhalde wäre zu gnädig. Nein, sie sollen in einem dunklen Verlies schmachten, zu ewiger Untätigkeit verdammt. Nur das ist die einzig gerechte Strafe für eine Kohlrabisaftpresse."
Walter Moers ist einfach genial.
Übrigens: wem die Namen in dem Roman, wie etwa "Schrecksenmeister Eißpin", irgendwie bekannt vorkommen, der hat in seiner Schulzeit vielleicht mal "Spiegel, das Kätzchen" von Gottfried Keller gelesen gelesen. Da gibts zum Beispiel den Hecksenmeister Pineiß, und noch einige andere