Thursday, March 24. 2005
Lokalpolitiker in Dresden fordern, dass Hundehalter Speichelproben ihrer Vierbeiner abgeben sollen, aus denen eine Hunde-DNA-Datenbank aufgebaut wird.
Sinn der Übung ist, Urheber von Tretminen auf Gehwegen mit Bußgeldern belegen zu können.
Fantasievolles Völkchen, die Dresdener Lokalpolitiker. Und völlig bescheuert obendrein.
Ich wäre übrigens dafür, gleich auch noch DNA-Proben der Hundebesitzer zu sammeln, wo man schon mal dabei ist. Wer seinen Wuffi auf den Gehweg kacken läßt, ist auf jeden Fall potentieller Terrorist.
Tuesday, March 22. 2005
Auf verschiedenen Webseiten kann man zum Erwerb der angebotetenen Produkte den Dienst "Online-Überweisung", der von der Telekom angeboten wird, nutzen. Um die Transaktion durchzuführen, ist jedoch die Eingabe der PIN erforderlich.
Wer den Telekom-Bezahldienst nutzt und unter Eingabe seiner PIN eine Zahlung tätigt, verstößt gegen die Sorgfaltspflicht, denn er darf seine PIN keinem Dritten zugänglich machen.
Weitere Berichte dazu bei heute.de und im Law-Blog.
Thursday, March 17. 2005
Die Firma Debitel wurde wegen des Versands von Spam-Mails und -SMS zu einer Geldstrafe von 2 Mio. dänischen Kronen (gut 300 Kiloeuro) verurteilt, berichtet "The Register".
Debitel habe 12000 SMS und 36.000 E-Mails an Kunden des Konkurrenten Telmore verschickt.
Es gibt Tage, da werden alle Vorurteile, die man Amerikanern gegenüber hegt, bestätigt. Heute war wieder so einer:
- Der Spiegel hat einen Bericht über die unendliche Geschichte " Kreationisten vs. Evolutionstheorie"
- Bush möchte, das Wolfowitz Weltbankpräsident wird
- Im Nordosten Alaskas (seit 1960 Naturschutzgebiet) darf jetzt nach Öl gebohrt werden
Tuesday, March 15. 2005
Dieses Jahr schwänze ich einfach, deshalb gibts hier auch keinen CeBIT-Bericht von mir. Ich habe da aber noch einen älteren Bericht von Dietmar Wischmeyer, der jetzt ersatzweise herhalten darf:
Meine Name ist Dietmar Wischmeyer und dies ist das Logbuch einer Reise durch das Land der Bekloppten und Bescheuerten. Hier ist mein Bericht.
Den Ausklang des Winters ehedem feierte der mittelalterliche Mensch mit deftigen Saturnalien. Da wurde gezecht und gevöllt bis die Schwarte kracht und auch mal über die Ehegrenze hinweg an fremden Geschlechtsteilen geziept. Nun, warum nicht, die Kollegen damals hatten ja auch sonst nicht viel zu lachen: dauernd schmurgelte der Großinquisitor einem die liebsten Verwandten weg oder Freund Hein in Gestalt der Beulenpest klopfte ans Tor. Die bacchantische Ausnahme von der Mühsal des Alltags nannte man Karneval oder Fastnacht. Doch, o Graus, was ist daraus geworden? Nachdem schwarzer Tod und Scheiterhaufen ihren Schrecken verloren haben, gings auch mit dem lebensfrohen Gegenentwurf rapide bergab. Heutzutage wacht eine Witzewehrmacht am Rhein und seinen Nebenflüssen und veranstaltet alljährlich eines der absurdesten Doofbackengelage, das die Welt je gesehen hat. In einem gigantischen Tuntenball für Klemmspasten saufen sich ganze Landstriche das Großhirn aus dem Schädel. Über das volle Ausmaß des Schreckens möchte der Chronist an dieser Stelle jedoch das Mäntelchen des Schweigens breiten. Denn es gibt auch Positives zu berichten: In einer Stadt des Landes hat sich der Karneval etwas von seiner Ursprünglichkeit bewahrt. Jene Stadt, wie sollte es anders sein, ist Hannover. Hier ist alles noch so, wie es sein soll. Das dionysische Fest zum Ausklang des Winters heißt CeBIT und ist anders als das erbärmliche Provinzgehampel am Rhein eine Veranstaltung von internationalem Flair. Den gelben Mann geradeso wie Leute aus der Neuen Welt und Muselmanen zieht es alljährlich im März an die Leine, um dort mal ordentlich die Sau rauszulassen. Doch wie es sich für eine protestantische Metropole gehört, wird nicht einfach dumpf gezecht, sondern vorher muß noch für den Herrn Zebaoth der Umsatz gesteigert werden. Deshalb ist dem eigentlichen Gelage eine Computermesse vorgeschaltet. Solange die Sonne am Himmel steht, wird hier gehandelt und verkauft, daß der gute alte Adam Smith seine Freude gehabt hätte. Aber wehe, die Nacht bricht herein über die CeBIT, dann werden die versteckten Bierfässer aus dem Unterschlupf gerollt, und überall zwischen den Messeständen wird gejuchzt und gesoffen: Spontan entstandene Paare kopulieren kichernd hinter den Monitorwänden während alte CeBIT Kämpen noch am Fries des Hostessenbusens nesteln. Die Leute von der gelben Insel zieht es dagegen in Scharen zur Münchner Halle, einer Kultstätte des primitiven und deswegen um so größeren Genusses. Dort schwelgen sie in Würsten und Eisbeinen, vernichten hektoliterweise Gerstensaft, und wenn die Stimmung ihre Klimax erreicht, die Blaskapelle zum dreißigsten Male "Alte Kameraden" intoniert, dann tobt der Gilb über die Tische. Heissa, was für ein Fest! Und wen's nach anderen fleischlichen Genüssen dürstet, für den hat der Veranstalter ein paar tausend Liebesdienerinnen einfliegen lassen. Leute, das ist Karneval wie er im Mittelalter nicht hätte deftiger sein können. Am anderen Morgen jedoch stehen alle Schwelger wieder am Messestand ihren Mann und verkaufen mit dickem Schädel Soft- und Hardware. In Gedanken sind sie aber halb noch bei der vergangenen Nacht und halb auch schon wieder bei der bevorstehenden. Nur diese Träumereien lassen sie den gnadenlosen Tag durchstehen. Aber wie es sich für einen protestantischen Karneval gehört gilt das Wort: Schnaps ist Schnaps und Dienst ist Dienst.
Das erste Buch aus Wischmeyers "Logbuch"-Reihe gibt es hier zu kaufen.
Thursday, March 10. 2005
 Krombacher verkauft jetzt etwas, das sich "Extra Mild" nennt.
Wie kann man ein Bier so nennen?
Das klingt ja nach Jacobs Dröhnung in der Geronto-Sonderedition. Bäh.
Gut, wenn KöPi jetzt sowas bringen würde, die Plörre muss wirklich mal jemand auf trinkbares Maß zurechtwässern. Aber Krombacher war immer schon mild, warum muss man das jetzt nochmal weichspülen?
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