Das Parken der Schreib/Leseköpfe ist mit einem gewissen mechanischen Verschleiß verbunden, die Festplatte erträgt nur eine begrenzte Anzahl dieser Park- und Wiederanlaufzyklen. Der Fachterminus dafür ist Load Cycle Count. Die meisten Hersteller geben einen Wert von 300.000 bis 600.000 Load Cycles an, bevor die Gefahr eines Totalausfalls besteht.Festplatten des Herstellers Western Digital aus der Serie "Caviar Green" parken die Köpfe nach 8 Sekunden Inaktivität. Das führte bei vielen Linux-Benutzern zu einem rasanten Anstiegen der Load Cycle Counts. Der Grund ist, das pdflush alle 30 Sekunden die als "dirty" markierten Cache-Pages auf die Festplatte schreibt. Das läßt sich in /proc/meminfo nachvollziehen. Der Timeout von 8 Sekunden scheint also übertrieben aggressiv gewählt zu sein. Der Support von Western Digital schreibt dazu:
"Please also be aware that the Caviar Green drives are NOT designed to work in a RAID and are not supported for use with Linux/Unix. If the drives work well on a Windows/Mac computer we can not give any more technical support. None of our drives are fully supported for use with the Linux or Unix OS [...]"
In WD-Userforen werden ähnliche Probleme allerdings auch von Usern berichtet, die Windows 7 oder NAS-Boxen einsetzen. Das Problem muss zwingend bei jedem Betriebssystem auftreten, das versucht, Cache-Daten zyklisch auf die Platte zu flushen.
Unter Linux kann man mit smartctl aus dem smartmontools-Paket auslesen, wie es um die eigene Festplatte bestellt ist. Der Befehl lautet:
sudo smartctl -A /dev/sdX | grep -E "(Load_Cycle_Count|ID)"
Von den Werten, die hier ausgegeben werden, ist die Spalte VALUE von besonderem Interesse. Bei einer neuen Festplatte steht dieser Wert auf 100. Er verringert sich mit zunehmender Nutzungsdauer der Platte. Steht der Wert auf 0, hat die Platte die vom Hersteller vorgegebene Anzahl von Load Cycle Counts überschritten.
Lösung:
Western Digital bietet ein Tool namens wdidle3.exe an, mit dem sich das Park-Intervall verlängern läßt. Das Tool läuft unter DOS. Im UbuntuUsers-Wiki gibt es eine Anleitung.
Wie viele "Caviar Green"-Käufer allerdings bereit und in der Lage sind, ein DOS-Livesystem zu booten, um die Festplattenfirmware mit neuen Instruktionen zu versorgen, sei dahingestellt.
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